Zahnfleischerkrankungen rechtzeitig behandeln

Eine Entzündung des „Zahnhalteapparates“ ist eine folgenreiche Erkrankung. Sie beginnt oft mit Zahnfleischbluten oder Mundgeruch, kann aber bis zum Verlust von Zähnen führen, da der Zahn bis zur Wurzel hinunter  betroffen ist.

Wenn eine Parodontitis rechtzeitig erkannt wird, kann Sie erfolgreich behandelt werden. Wichtig für den Erfolg ist nicht nur die eigentliche Therapie, bei der der Zahn von Belägen und Bakterien befreit wird, sondern auch eine Vorbehandlung und die richtige Nachsorge.

 

Zahnärztin Heike Hegemann hat den Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie

Zahnärztin Heike Hegemann hat den Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie

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Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, also des Zahnfleisches sowie auch der Wurzel und der Wurzelhaut, die den Zahn im Kiefer hält. Diese Erkrankung ist also ist also ein ernstzunehmendes Problem – weit mehr als nur ein wenig Zahnfleischbluten – und ist der Hauptgrund für Zahnverlust. Die Vorstufe der Parodontitis ist oft eine Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, mit Symptomen wie Mundgeruch, Zahnfleischbluten oder zurückgehendem Zahnfleisch.

Die Ursache sind vor allem Bakterien, die im Zahnbelag vorhanden sind. Der Verlauf der Parodontitis wird maßgeblich von der Aggressivität der Bakterien und dem Zustand des Immunsystems beeinflusst. Auch spielen andere Risikofaktoren wie Rauchen, bestimmte Allgemeinerkrankungen oder Stress eine Rolle.

Entscheidend für die Prognose sind Früherkennung, konsequente Behandlung, kontinuierliche Betreuung und ein optimier­tes Mundhygieneverhalten der Patienten. Durch diese Maßnahmen ist es möglich, die betroffenen Zähne zu erhalten.

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Vorbehandlung von Parodontitis

Damit die Parodontitis-Behandlung Erfolg hat, ist eine Vorbehandlung wichtig. In einem oder mehreren Terminen werden Beläge und entzündliche Veränderungen reduziert. Zunächst werden alle erreichbaren Zahnflächen professionell von harten und weichen Belägen gereinigt. Zusätzlich wird die Verbesserung der häuslichen Mundhygiene trainiert. Wir zeigen, welche Hilfsmittel für wen optimal sind und wie sie eingesetzt werden. Auch über persönliche Risikofaktoren informieren wir. Nach erfolgreich abgeschlossener Vorbehandlung ist die oberflächliche Entzündung vermindert.

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Geschlossene Therapie: die schonende Variante

Parodontitis-BehandlungDies ist die schonendste und am häufigsten eingesetzte Methode der Therapie. Hierbei werden Zahnstein, Bakterienbeläge und eventuelle Gewebereste unterhalb des Zahnfleischrandes sanft und schonend von der Oberfläche der Zahnwurzeln entfernt. Diese wird dabei gleichzeitig geglättet. Das geschieht unter örtlicher Betäubung mit feinen Hand- oder Ultraschallinstrumenten, die der Form der Zahnwurzeln angepasst sind. Als Ergebnis strafft sich das erkrankte Zahnfleisch wieder, Zahnfleischbluten verschwindet, das Gewebe gesundet. Je nach Anzahl der zu behandelnden Zähne werden ein oder mehrere Behandlungstermine erforderlich. In aller Regel treten nach der Behandlung keine Beschwerden auf. Der Heilungsprozess kann durch die Verwendung einer antibakteriellen Spüllösung für einige Tage wirkungsvoll unterstützt werden

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Offene Therapie bei tiefergehenden Schädigungen

Die sogenannte „offene Behandlung“ ist eine sinnvolle Therapie bei tiefergehenden Schädigungen des Zahnhalteapparates mit erhöhtem Knochenverlust. Dabei wird unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch an der betreffenden Stelle ein wenig abgelöst, die freiliegenden Bereiche mit feinen Hand- oder Ultraschallinstrumenten gereinigt und bei Bedarf erkranktes Gewebe schonend entfernt. Durch direkte Sicht auf die Wurzeloberflächen lässt sich ein optimales Ergebnis erzielen. Abschließend wird das Zahnfleisch wieder an den Zahn angelegt und geschlossen. Behandlungsziel ist die Verringerung der Tiefe von Zahnfleischtaschen und eine gute, dauerhafte Anlagerung des Zahnfleisches an den Zahn. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, verloren gegangenen Knochen mit speziellen Verfahren und Knochenersatzmaterialien wieder aufzubauen. Bei Problemkeimen ist parallel eine gezielte Antibiotikum-Therapie notwendig.

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Die richtige Nachsorge: lebenslange unterstützende Parodontitis-Therapie

Selbst wenn richtig erkannt und erfolgreich behandelt, können Parodontitisprobleme lokal immer wieder auftreten. Auch bei bester Mitarbeit des Patienten. Die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) hilft in der Nachsorge, dies zu erkennen und entsprechende Maßnahmen durchzuführen. Im Rahmen der UPT-Termine werden Zähne und Zahnfleisch kontrolliert sowie professionell gereinigt. Wir zeigen Ihnen, an welchen Stellen Sie Ihre Mundhygiene noch verbessern sollten. Die Häufigkeit der UPT-Termine richtet sich nach dem Schweregrad der Parodontitis und dem persönlichen Erkrankungsrisiko. In den meisten Fällen ist eine unterstützende Parodontitistherapie (UPT) alle drei bis sechs Monate notwendig. Mit einer regelmäßigen UPT bestehen gute Aussichten die eigenen Zähne zu erhalten.

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